Grocy per Docker als Haushaltsverwaltung einrichten¶
Veröffentlicht am 22. August 2026 · Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
Grocy verwaltet Vorräte, Einkaufslisten, Mindesthaltbarkeitsdaten, Rezepte und wiederkehrende Hausarbeiten im eigenen Netzwerk. Die Anwendung speichert alle Daten im eingebundenen Konfigurationsordner. Installation und erster Testbestand dauern ungefähr 20 Minuten.
Voraussetzungen
- Ein Linux-Server mit Docker und Docker Compose
- Der Port 9283 ist im Heimnetz frei
- Eine feste IP-Adresse für den Docker-Server
- Ein normaler Linux-Benutzer für die Dateirechte
- Ein zweiter Speicherort für regelmäßige Backups
1. Benutzer- und Gruppen-ID ermitteln¶
Führe beide Befehle auf dem Docker-Server als der Benutzer aus, der Grocy verwalten soll:
Die erste Zahl ersetzt später <puid>, die zweite <pgid>. Übernimm die Werte genau und gehe
nicht automatisch von 1000 aus.
2. Arbeitsordner anlegen¶
Dieser Befehl erstellt Projekt- und Konfigurationsordner und wechselt in das Projekt:
3. Compose-Datei anlegen¶
Lege im Ordner ~/docker/grocy eine Datei compose.yaml mit folgendem Inhalt an:
services:
grocy:
image: lscr.io/linuxserver/grocy:latest
container_name: grocy
restart: unless-stopped
environment:
PUID: "<puid>"
PGID: "<pgid>"
TZ: Europe/Berlin
ports:
- "9283:80"
volumes:
- ./config:/config
Ersetze <puid> und <pgid> durch die in Schritt 1 ermittelten Zahlen. Der Ordner config
enthält Einstellungen, Datenbank und weitere dauerhafte Anwendungsdaten.
4. Konfiguration prüfen und starten¶
Prüfe im Projektordner zuerst die Compose-Syntax und die ersetzten Platzhalter:
Starte Grocy im Hintergrund:
Kontrolliere den Container:
Bei einem Fehler zeigen die letzten Protokollzeilen meist die Ursache:
5. Standardkonto sofort ändern¶
Öffne im Heimnetz http://<server-ip>:9283. Ersetze <server-ip> durch die feste IP-Adresse
des Docker-Servers. Melde dich bei einer frischen Installation mit Benutzername admin und
Passwort admin an.
Ändere das Passwort sofort in den Benutzereinstellungen. Lege für weitere Haushaltsmitglieder eigene Konten mit den benötigten Rechten an.
Port nicht direkt ins Internet weiterleiten
Grocy enthält Angaben zu Vorräten, Gewohnheiten und Aufgaben. Nutze für Fernzugriff ein
privates VPN oder einen HTTPS-Reverse-Proxy. Das Standardkonto admin/admin darf vorher
keinesfalls aktiv bleiben.
6. Grundeinstellungen festlegen¶
Öffne die Systemeinstellungen und kontrolliere Sprache, Währung, Mengen- und Datumsformat.
Lege danach mindestens einen Lagerort wie Küche sowie eine Mengeneinheit wie Stück an.
Erstelle ein ungefährliches Testprodukt, buche zwei Stück ein und danach eines aus. Prüfe, ob der Bestand auf eins sinkt und der Vorgang im Journal erscheint.
Klein anfangen
Erfasse zunächst nur Produkte, die du wirklich nachhalten möchtest. Ein überschaubarer Testbestand zeigt schnell, welche Einheiten und Lagerorte zu deinem Haushalt passen.
7. Konfigurationsordner sichern¶
Stoppe Grocy kurz, damit die enthaltene SQLite-Datenbank während des Backups nicht verändert wird:
Erstelle ein datiertes Archiv des gesamten Konfigurationsordners:
Starte Grocy danach wieder:
Prüfe den Archivinhalt:
Kopiere das Archiv verschlüsselt auf ein zweites System. Zur Wiederherstellung stoppst du
Grocy, entpackst das Archiv in ~/docker/grocy, kontrollierst PUID und PGID und startest den
Container erneut.
SQLite nicht im laufenden Betrieb kopieren
Eine einfache Kopie der Datenbankdatei während eines Schreibvorgangs kann unvollständig sein. Stoppe den Container oder verwende ein Datenbankwerkzeug, das konsistente SQLite- Sicherungen unterstützt.
8. Aktualisieren und zurückkehren¶
Erstelle zuerst das Backup aus Schritt 7. Lade anschließend das aktuelle Image:
Erstelle den Container mit unveränderter Konfiguration neu:
Öffne danach die Startseite über das Grocy-Logo, damit erforderliche Datenbankmigrationen
ausgeführt werden. Prüfe Testprodukt und Journal. Bei Problemen stellst du das gesicherte
config-Verzeichnis wieder her und verwendest vorübergehend den zuvor genutzten Image-Tag.
9. Typische Fehler¶
- Die Seite ist nicht erreichbar: Prüfe
docker compose psund die Firewall für TCP-Port 9283. - Port 9283 ist belegt: Finde den Dienst mit
sudo ss -ltnp | grep ':9283'oder ändere nur die linke Portnummer, zum Beispiel auf9284:80. - Der Container meldet Schreibfehler: Kontrolliere
<puid>,<pgid>und den Besitzer des Ordnersconfig. - Nach einem Update fehlen Inhalte: Öffne zuerst die Grocy-Startseite, damit ausstehende Datenbankmigrationen laufen.
- Anmeldung funktioniert nicht mehr: Prüfe, ob weiterhin derselbe
config-Ordner eingebunden ist; lösche die Datenbank nicht.
10. Quellen und Videos¶
- Grocy-Projekt und offizielle Einstiegspunkte
- Offizielle Grocy-Dokumentation zur Installation
- Dokumentation des gepflegten LinuxServer.io-Images
- Video: Grocy installieren
- Video: Grocy als selbst gehostete Haushaltsverwaltung
Fertig¶
Grocy läuft jetzt mit dauerhaftem Konfigurationsordner im Heimnetz. Melde dich über
http://<server-ip>:9283 an, buche das Testprodukt erneut ein und starte den Container einmal
neu. Bleiben Bestand und Journal erhalten, funktioniert die Speicherung wie vorgesehen.