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Shelly Pro 3EM ins Home-Assistant-Energie-Dashboard einbinden

Veröffentlicht am 12. August 2026 · Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Der Shelly Pro 3EM misst Strom, Spannung, Leistung und Energie auf drei Phasen und stellt die Werte lokal im Netzwerk bereit. Home Assistant übernimmt diese Daten ohne zusätzliche Cloud und zeigt Verbrauch sowie Einspeisung langfristig im Energie-Dashboard. Die Einrichtung nach der Elektroinstallation dauert etwa 20 Minuten.

Voraussetzungen

  • Ein fachgerecht installierter Shelly Pro 3EM
  • Home Assistant im selben privaten Netzwerk
  • Zugriff auf Router, Shelly-Weboberfläche und Home Assistant
  • Administratorrechte in Home Assistant

1. Elektroinstallation prüfen lassen

Der Shelly Pro 3EM sitzt auf der Hutschiene im Verteiler und arbeitet direkt an der Netzspannung. Lass Montage, Absicherung, Spannungsabgriffe und Stromwandler von einer Elektrofachkraft prüfen. Die Wandler müssen zu den richtigen Phasen gehören und in der vorgesehenen Richtung montiert sein.

Lebensgefahr durch Netzspannung

Öffne den Stromverteiler nicht selbst und ändere dort keine Leitungen oder Stromwandler. Diese Anleitung beginnt erst nach der abgeschlossenen und geprüften Elektroinstallation.

Der Pro 3EM misst nur. Er besitzt laut Hersteller keinen eingebauten Lastrelais zum Abschalten des Hausanschlusses.

2. Shelly lokal absichern

Öffne die private IP-Adresse des Shelly im Browser. Installiere über die lokale Oberfläche zunächst ein angebotenes stabiles Firmware-Update und starte das Gerät danach neu. Vergib anschließend unter den Sicherheitseinstellungen ein langes, einmaliges Gerätepasswort.

Notiere die private IP-Adresse und reserviere sie im Router dauerhaft für den Shelly. Prüfe vom Home-Assistant-Server oder einem Rechner im gleichen Netz, ob das Gerät erreichbar ist. Ersetze <shelly-ip> durch seine Adresse:

ping -c 4 <shelly-ip>

Beende eine unter Windows laufende Dauerabfrage bei Bedarf mit Strg+C.

Cloud ist für Home Assistant nicht nötig

Die Shelly-Integration kommuniziert lokal. Wenn du die Shelly-Cloud nicht verwendest, kannst du sie in der Geräteoberfläche deaktivieren. Prüfe danach, ob lokale Weboberfläche und Home Assistant weiter erreichbar sind.

3. Shelly-Integration hinzufügen

Öffne in Home Assistant Einstellungen → Geräte & Dienste. Häufig erscheint der Shelly bereits als entdeckt. Wähle Konfigurieren und folge dem Dialog.

Falls keine Entdeckung angezeigt wird, klicke auf Integration hinzufügen, suche nach Shelly und trage die private IP-Adresse ein:

<shelly-ip>

Wenn Home Assistant nach Zugangsdaten fragt, verwendest du das lokale Shelly-Konto aus Schritt 2. Ordne das Gerät anschließend einem passenden Bereich zu.

4. Messwerte kontrollieren

Öffne das neue Shelly-Gerät in Home Assistant und zeige alle Entitäten an. Kontrolliere für jede Phase mindestens Spannung, Strom und Wirkleistung. Die Energie-Entitäten tragen die Einheit kWh und steigen über längere Zeit an.

Schalte nacheinander bekannte größere Verbraucher ein und prüfe, ob die Leistung der passenden Phase plausibel steigt. Bei einer Solaranlage kontrollierst du zusätzlich, ob Einspeisung und Netzbezug in der erwarteten Richtung erscheinen.

Unplausible Vorzeichen nicht per Software verstecken

Sind Phasen vertauscht oder Stromwandler falsch herum montiert, kann das Dashboard falsche Energieflüsse zeigen. Lass die Verdrahtung und Richtung von der Elektrofachkraft korrigieren, statt Werte blind mit -1 zu multiplizieren.

5. Netzbezug im Energie-Dashboard eintragen

Öffne Einstellungen → Dashboards → Energie und bearbeite die Energiekonfiguration. Füge unter Stromnetz den Netzbezug hinzu.

Wähle die vom Shelly-Gerät bereitgestellte gesamte bezogene Energie mit der Einheit kWh. Der genaue Entitätsname hängt von Firmware, Sprache und Home-Assistant-Version ab. Verwechsle die fortlaufende Energie nicht mit der momentanen Leistung in W.

Optional kannst du einen festen Preis pro Kilowattstunde eintragen oder eine bereits vorhandene Preisentität auswählen. Verwende nur den Arbeitspreis, wenn du die vom Verbrauch unabhängige Grundgebühr nicht fälschlich einrechnen möchtest.

6. Einspeisung ergänzen

Wenn Strom ins Netz zurückfließen kann, wähle im selben Bereich zusätzlich die gesamte zurückgespeiste Energie des Pro 3EM. Auch diese Entität muss Energie in kWh liefern und langfristig aufsummieren.

Solarproduktion nicht doppelt zählen

Der Netzsensor misst nur den Austausch mit dem öffentlichen Netz. Die gesamte Solarproduktion stammt normalerweise aus der Wechselrichter-Integration und gehört unter Solarmodule. Trage nicht dieselbe Entität gleichzeitig als Einspeisung und Solarproduktion ein.

Speichere die Energiekonfiguration. Home Assistant benötigt erst neue Langzeitstatistiken, bevor alle Diagramme gefüllt sind. Warte daher einige Messintervalle und bewerte nicht nur die erste angezeigte Zahl.

7. Aktuelle Leistung anzeigen

Das Energie-Dashboard ist für langfristige Energiemengen gedacht. Für aktuelle Werte öffnest du ein normales Dashboard und fügst die Leistungsentitäten des Shelly hinzu. So erkennst du sofort, welche Phase gerade belastet ist, während das Energie-Dashboard Verbrauch und Kosten über Stunden, Tage und Monate auswertet.

Leistung und Energie auseinanderhalten

W oder kW beschreibt die Leistung in diesem Moment. Wh oder kWh beschreibt eine Energiemenge über einen Zeitraum. Für Netzbezug und Einspeisung erwartet das Energie-Dashboard in der Regel Energie-Entitäten.

8. Backup und Rückweg

Erstelle vor größeren Änderungen ein vollständiges Home-Assistant-Backup unter Einstellungen → System → Backups und lade eine Kopie auf ein zweites Gerät. Notiere außerdem die verwendeten Entitätsnamen und die Zuordnung für Netzbezug, Einspeisung und Preis.

Für den Rückweg öffnest du erneut die Energiekonfiguration und entfernst nur die falsch zugeordnete Quelle. Die gespeicherten Shelly-Messwerte werden dadurch nicht am Gerät gelöscht. Entferne die komplette Shelly-Integration erst, wenn du das Gerät wirklich nicht mehr in Home Assistant verwenden möchtest.

9. Typische Fehler beheben

  • Shelly wird nicht gefunden: Feste IP, VLAN-Regeln und Erreichbarkeit mit ping prüfen; die Integration notfalls manuell per IP hinzufügen.
  • Werte ändern sich nur selten: Netzwerkverbindung und Shelly-Firmware prüfen. Zwischen getrennten Netzen müssen lokale Verbindungen zum Gerät erlaubt sein.
  • Energie-Entität fehlt in der Auswahl: Prüfen, ob sie kWh, die Geräteklasse Energie und passende Langzeitstatistiken bereitstellt.
  • Verbrauch und Einspeisung wirken vertauscht: Stromwandlerrichtung und Phasenzuordnung durch eine Elektrofachkraft prüfen lassen.
  • Diagramm bleibt zunächst leer: Neue Statistikdaten abwarten und danach den gewählten Zeitraum im Energie-Dashboard kontrollieren.

10. Quellen und Video

Fertig

Home Assistant übernimmt nun die lokalen Messwerte des Shelly Pro 3EM und baut daraus das Energie-Dashboard auf. Schalte zur Funktionsprüfung einen bekannten größeren Verbraucher kurz ein, kontrolliere den Leistungsanstieg und prüfe später, ob die bezogene Energie im Tagesdiagramm entsprechend zugenommen hat.