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Seerr mit Docker für Jellyfin einrichten

Veröffentlicht am 27. August 2026 · Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Seerr stellt eine übersichtliche Webseite bereit, über die Familie oder Freunde Filme und Serien für Jellyfin anfragen können. Mit Radarr und Sonarr lassen sich freigegebene Wünsche später automatisch verarbeiten. Die Grundinstallation mit Docker dauert ungefähr 20 Minuten. Seerr ist der aktuelle Projektname; ältere Anleitungen und Videos verwenden teilweise noch die Namen Jellyseerr oder Overseerr.

Voraussetzungen

  • Ein Linux-Server mit Docker und Docker Compose
  • Ein bereits eingerichteter Jellyfin-Server
  • Ein Jellyfin-Konto mit Administratorrechten für die Ersteinrichtung
  • Port 5055 im Heimnetz oder ein freier Ersatzport

1. Arbeitsordner anlegen

Erstelle auf dem Docker-Server einen eigenen Ordner für Seerr:

mkdir -p "$HOME/seerr/config"

Das offizielle Container-Abbild arbeitet mit der Benutzer-ID 1000. Weise ihr den Konfigurationsordner zu:

sudo chown -R 1000:1000 "$HOME/seerr/config"

Wechsle anschließend in den neuen Arbeitsordner:

cd "$HOME/seerr"

2. Compose-Datei erstellen

Erstelle im Ordner ~/seerr eine Datei mit dem Namen compose.yaml und folgendem Inhalt. Ersetze <zeitzone> durch deine Zeitzone, zum Beispiel Europe/Berlin.

services:
  seerr:
    image: ghcr.io/seerr-team/seerr:latest
    container_name: seerr
    init: true
    environment:
      TZ: <zeitzone>
    ports:
      - "5055:5055"
    volumes:
      - ./config:/app/config
    healthcheck:
      test: ["CMD-SHELL", "wget --no-verbose --tries=1 --spider http://localhost:5055/api/v1/settings/public || exit 1"]
      start_period: 20s
      timeout: 3s
      interval: 15s
      retries: 3
    restart: unless-stopped

latest bezeichnet beim offiziellen Seerr-Abbild die aktuelle stabile Veröffentlichung. Die persönlichen Einstellungen bleiben dauerhaft im Ordner ~/seerr/config gespeichert.

Warning

Veröffentliche Port 5055 nicht direkt im Internet. Für den Fernzugriff sind ein VPN oder ein vorhandener Reverse Proxy mit HTTPS die sicherere Wahl.

3. Konfiguration prüfen und Seerr starten

Prüfe die Compose-Datei auf Syntaxfehler. Führe den Befehl im Ordner ~/seerr aus:

docker compose config

Lade das Abbild und starte den Container im Hintergrund:

docker compose pull
docker compose up -d

Prüfe anschließend den Zustand des Containers:

docker compose ps

Bei Startproblemen zeigen die letzten Protokollzeilen meist die Ursache:

docker compose logs --tail=100 seerr

4. Jellyfin verbinden

Öffne im Browser http://<server-ip>:5055. Ersetze <server-ip> durch die lokale IP-Adresse des Docker-Servers. Wähle in der Ersteinrichtung Jellyfin als Medienserver.

Trage als interne Adresse die lokale IP oder den erreichbaren Docker-Namen deines Jellyfin-Servers ein. Der übliche Jellyfin-Port ist 8096. Ein Beispiel für einen getrennten Jellyfin-Server lautet http://<jellyfin-ip>:8096; <jellyfin-ip> ersetzt du durch dessen lokale IP-Adresse.

Warning

Verwende in Seerr nicht localhost oder 127.0.0.1, wenn Jellyfin in einem anderen Container oder auf einem anderen Rechner läuft. Diese Adressen würden aus dem Seerr-Container auf Seerr selbst zeigen.

Melde dich für die Einrichtung mit einem Jellyfin-Administratorkonto an. Prüfe danach unter den Seerr-Benutzereinstellungen, welche Konten Anfragen stellen oder freigeben dürfen.

5. Radarr und Sonarr optional ergänzen

Ohne Radarr oder Sonarr kann Seerr Wünsche sammeln und freigeben, lädt aber selbst keine Medien. Wenn diese Dienste bereits vorhanden sind, öffne in Seerr die Einstellungen und füge sie unter den Diensten hinzu.

Verwende auch hier eine interne Adresse, die aus dem Seerr-Container erreichbar ist. Trage den jeweiligen API-Schlüssel ausschließlich in der Seerr-Oberfläche ein und veröffentliche ihn nicht in einer Compose-Datei oder Anleitung.

Tip

Lege zunächst niedrige Anfragegrenzen fest und erlaube automatische Freigaben nur vertrauenswürdigen Konten. So entstehen nicht unbemerkt große Downloads oder unnötige Speicherkosten.

6. Datensicherung anlegen

Stoppe Seerr vor einer manuellen Sicherung, damit alle Dateien einen konsistenten Stand haben:

cd "$HOME/seerr" && docker compose stop

Erstelle anschließend ein Archiv aus der Compose-Datei und dem Konfigurationsordner:

tar -czf "$HOME/seerr-backup-$(date +%F-%H%M).tar.gz" -C "$HOME/seerr" compose.yaml config

Starte Seerr danach wieder:

cd "$HOME/seerr" && docker compose start

Für eine Wiederherstellung stoppst du den Container, entpackst das Archiv wieder nach ~/seerr und setzt die Rechte des Ordners config erneut auf 1000:1000.

7. Seerr aktualisieren

Wechsle in den Arbeitsordner und lade das aktuelle stabile Abbild:

cd "$HOME/seerr" && docker compose pull

Erstelle den Container anschließend mit dem neuen Abbild neu. Die Daten im eingebundenen Ordner bleiben erhalten:

docker compose up -d

Entferne nicht mehr verwendete Abbilder erst, wenn der neue Container erfolgreich läuft:

docker image prune

8. Typische Fehler beheben

  • Der Container bleibt unhealthy: Prüfe mit docker compose logs --tail=100 seerr die Meldungen und kontrolliere die Rechte von ~/seerr/config.
  • Jellyfin wird nicht gefunden: Verwende die lokale IP oder einen gemeinsamen Docker-Netzwerknamen, niemals localhost bei getrennten Containern.
  • Eine Anfrage bleibt unbearbeitet: Das ist ohne korrekt verbundenes Radarr oder Sonarr normal. Prüfe dort Adresse, API-Schlüssel und Qualitätsprofil.
  • Andere Personen können zu viel anfordern: Begrenze Anfragen und automatische Freigaben in den Benutzer- und Diensteinstellungen.

Grundlage dieser Anleitung sind die aktuelle offizielle Docker-Installation von Seerr, die Hinweise zur Medienserver-Verbindung und die Fehlerbehebung, geprüft am 24. August 2026. Eine ergänzende Video-Anleitung ist Install Seerr – Former Jellyseerr/Overseerr.

Fertig

Seerr ist jetzt unter http://<server-ip>:5055 im Heimnetz erreichbar und mit Jellyfin verbunden. Melde dich testweise mit einem erlaubten Jellyfin-Konto an, suche einen Titel und sende eine Anfrage. Ohne Radarr oder Sonarr bleibt sie erwartungsgemäß zur manuellen Bearbeitung stehen; mit verbundenem Dienst sollte sie entsprechend deiner Freigaberegeln weitergegeben werden.