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Handy und Laptop richtig sichern: Cloud, Festplatte oder eigenes NAS?

Veröffentlicht am 10. September 2026 · Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Ein Smartphone kann verloren gehen, eine SSD kann ausfallen und ein falsch gelöschter Ordner kann sich über die Cloud auf alle Geräte übertragen. Eine gute Datensicherung besteht deshalb nicht aus einem einzigen Speicherort, sondern aus mehreren voneinander unabhängigen Kopien. Das BSI empfiehlt, vorher festzulegen, welche Daten gesichert werden, Backups regelmäßig zu erstellen und ihre Lesbarkeit zu kontrollieren.[1]

Für Auswahl und erste Einrichtung solltest du etwa 30 bis 60 Minuten einplanen. Das erste vollständige Backup kann abhängig von Datenmenge und Internetanschluss deutlich länger dauern.

Die kurze Empfehlung

Für die meisten privaten Haushalte ist diese Kombination ein guter Anfang:

  1. Handy automatisch in eine Cloud oder auf ein NAS sichern.
  2. Laptop automatisch auf eine externe Festplatte oder ein NAS sichern.
  3. Eine zusätzliche Kopie außerhalb der Wohnung aufbewahren, zum Beispiel verschlüsselt in einer Cloud oder auf einer zweiten Festplatte bei einer Vertrauensperson.
  4. Mindestens vierteljährlich eine Datei testweise wiederherstellen.

Wer es besonders einfach möchte, kombiniert Cloud und externe Festplatte. Wer große Datenmengen hat und seine Daten möglichst zu Hause behalten möchte, kombiniert NAS und eine verschlüsselte Außer-Haus-Kopie.

Synchronisierung ist nicht automatisch ein Backup

Eine Cloud oder ein NAS kann Dateien zwischen Geräten synchronisieren. Wird eine Datei versehentlich gelöscht oder durch Schadsoftware verändert, kann diese Änderung ebenfalls überall ankommen. Ein echtes Backup bewahrt ältere Stände auf und lässt sich unabhängig vom Original wiederherstellen.

1. Zuerst festlegen, was wichtig ist

Notiere, welche Daten bei einem vollständigen Geräteverlust nicht ersetzbar wären:

  • Fotos und Videos
  • Dokumente, Scans und Steuerunterlagen
  • Kontakte und Kalender
  • Notizen und Messenger-Inhalte
  • E-Mails, falls sie nur lokal gespeichert werden
  • Passwort-Tresor und Wiederherstellungscodes
  • Anwendungsdaten, Spielstände und Geräteeinstellungen
  • laufende Projekte und selbst erstellte Dateien

Betriebssysteme und Programme lassen sich meist neu installieren. Persönliche Dateien und individuelle Einstellungen sind dagegen oft nicht wiederzubeschaffen. Das BSI empfiehlt deshalb, vor dem Backup zwischen vollständigem System und ausgewählten persönlichen Daten zu unterscheiden.[1]

Prüfe zusätzlich jede wichtige App einzeln. Ein Geräte-Backup enthält nicht automatisch alle Daten jeder App. Bei Messengern, Authenticator-Apps, Passwortmanagern und Banking-Apps kann ein eigener Export oder Wiederherstellungsweg nötig sein.

2. Die 3-2-1-Regel praktisch anwenden

Eine bewährte Orientierung ist die 3-2-1-Regel:[3]

  • 3 Kopien deiner wichtigen Daten: das Original und zwei Sicherungen
  • 2 unterschiedliche Speicherarten, zum Beispiel NAS und Cloud oder interne SSD und externe Festplatte
  • 1 Kopie außer Haus, damit Feuer, Wasser oder Diebstahl nicht alles gleichzeitig zerstören

Ein alltagstaugliches Beispiel:

  • Originale auf Handy und Laptop
  • automatisches Backup auf dem NAS
  • verschlüsselte zweite Sicherung in einer Cloud

Ein zweites Beispiel ohne NAS:

  • Originale auf Handy und Laptop
  • automatische Cloud-Sicherung
  • regelmäßiges Backup auf eine externe Festplatte, die danach getrennt und sicher aufbewahrt wird

Die Regel ist kein Produkt und keine Garantie. Sie verhindert aber, dass ein einzelner Defekt, ein verlorenes Konto oder ein Schaden in der Wohnung alle Kopien trifft.

3. Externe Festplatte oder SSD

Eine externe USB-Festplatte oder SSD ist der einfachste Speicher im eigenen Besitz. Sie eignet sich für Computer-Backups und für zusätzliche Kopien von Smartphone-Fotos, die zuvor auf den Computer übertragen wurden.

Vorteile

  • geringe einmalige Kosten
  • keine laufende Gebühr
  • hohe Geschwindigkeit auch ohne Internet
  • volle Kontrolle über Speicherort und Zugriff
  • für große Foto- und Videosammlungen geeignet

Nachteile

  • manuelles Anschließen wird leicht vergessen
  • Datenträger können ausfallen, verloren gehen oder gestohlen werden
  • bleibt sie dauerhaft verbunden, kann Schadsoftware auch das Backup erreichen
  • dieselbe Wohnung schützt nicht vor Brand, Wasser oder Einbruch

Gut geeignet, wenn du eine günstige lokale Sicherung möchtest, große Datenmengen hast oder nur eine langsame Internetverbindung verfügbar ist. Microsoft nennt externe Festplatten und Netzwerklaufwerke besonders für große Datenmengen oder fehlenden Internetzugang als passende Option.[6]

Nach dem Backup trennen

Bewahre mindestens eine externe Sicherung nach dem Backup getrennt vom Laptop auf. Verschlüssele den Datenträger, wenn er persönliche Dokumente enthält oder außer Haus gelagert wird. Passwort und Wiederherstellungsschlüssel dürfen nicht nur auf diesem Datenträger liegen.

4. Cloud-Speicher

Bei einer Cloud liegen die Daten in einem Rechenzentrum des Anbieters. Smartphone- Backups und Fotos können dadurch automatisch gesichert werden, ohne dass zu Hause ein Server laufen muss.

Vorteile

  • automatische Sicherung ist einfach einzurichten
  • Kopie liegt außerhalb der eigenen Wohnung
  • Zugriff von mehreren Geräten und unterwegs
  • kein eigener Server und keine Wartung erforderlich
  • neues Smartphone lässt sich häufig direkt aus dem Konto wiederherstellen

Nachteile

  • laufende Kosten bei größeren Datenmengen
  • Wiederherstellung hängt von Konto, Anbieter und Internetzugang ab
  • Datenschutz und Serverstandort liegen nicht vollständig in der eigenen Kontrolle
  • eine Kontosperre oder ein erfolgreicher Angriff kann den Zugriff verhindern
  • reine Synchronisierung kann Löschungen und beschädigte Dateien weiterverteilen

Gut geeignet, wenn die Sicherung möglichst automatisch laufen soll, die Datenmenge überschaubar ist und du keinen eigenen Server warten möchtest.

Schütze das Cloud-Konto mit einem eigenen starken Passwort und Zwei-Faktor- Authentisierung. Das BSI weist darauf hin, dass Nutzer bei Cloud-Diensten Kontrolle an den Anbieter abgeben und empfiehlt, Schutzmaßnahmen, Datenschutzbedingungen sowie Verschlüsselung zu prüfen.[2] Besonders sensible Dateien kannst du vor dem Hochladen selbst verschlüsseln; dabei musst du den Schlüssel getrennt und dauerhaft sichern.[2]

5. Eigenes NAS

Ein NAS ist ein kleiner Dateiserver im Heimnetz. Mehrere Computer und Smartphones können darauf sichern, ohne dass jedes Gerät eine eigene USB-Festplatte benötigt.

Vorteile

  • zentrale automatische Sicherung für mehrere Geräte
  • viel Speicher für Fotos, Videos und vollständige Computer-Backups
  • Daten bleiben zunächst im eigenen Zuhause
  • Benutzerrechte, Versionierung und Snapshots sind je nach System möglich
  • Speicher lässt sich häufig erweitern

Nachteile

  • höhere Anschaffungskosten als bei einer einzelnen USB-Festplatte
  • Einrichtung, Updates, Benutzerrechte und Überwachung liegen bei dir
  • Stromverbrauch und Festplattenverschleiß
  • Fehlkonfigurationen können Daten oder das Heimnetz gefährden
  • das NAS steht meist im selben Gebäude wie die Originalgeräte

Gut geeignet, wenn mehrere Geräte oder Familienmitglieder gesichert werden sollen, viele Daten anfallen und du bereit bist, das System zu pflegen.

RAID ist kein Backup

Zwei gespiegelte Festplatten halten den Betrieb beim Ausfall einer einzelnen Platte aufrecht. Sie schützen aber nicht zuverlässig vor versehentlichem Löschen, Schadsoftware, Diebstahl, Feuer oder einem Fehler des NAS. Auch ein NAS benötigt deshalb eine zweite Sicherung auf ein getrenntes Ziel.

Stelle ein NAS niemals durch eine einfache Router-Portfreigabe ins Internet. Verwende für Backups einen eigenen Benutzer mit nur den benötigten Rechten. Für den Fernzugriff ist eine gepflegte VPN-Lösung sicherer als eine offen erreichbare Dateifreigabe.

6. Welche Lösung passt zu dir?

Möglichst einfach

Nimm die eingebaute Cloud-Sicherung des Smartphones und sichere den Laptop zusätzlich auf eine externe Festplatte. Aktiviere Zwei-Faktor-Authentisierung und trenne die Festplatte nach der Sicherung.

Möglichst wenig Cloud

Sichere Handy und Laptop automatisch auf ein NAS. Kopiere das NAS regelmäßig verschlüsselt auf eine externe Festplatte, die außerhalb der Wohnung aufbewahrt wird. Ohne Außer-Haus-Kopie bleibt ein gemeinsames Gebäuderisiko bestehen.

Viele Fotos und Videos

Nutze ein NAS als schnelle Hauptsicherung und eine zweite große Festplatte oder einen geeigneten Cloud-Backup-Dienst als unabhängige Kopie. Prüfe vorab Upload-Geschwindigkeit, Speicherbedarf und Kosten.

Besonders sensible Dokumente

Verwende lokale verschlüsselte Backups und eine zusätzlich selbst verschlüsselte Außer-Haus-Kopie. Sichere den Schlüssel und Notfallzugang getrennt. Ein verlorener Verschlüsselungsschlüssel kann genauso endgültig sein wie ein verlorenes Backup.

Kleines Budget

Beginne mit einer ausreichend großen externen Festplatte und den kostenlosen Geräte-Backups für die wichtigsten Smartphone-Daten. Ergänze später eine zweite Außer-Haus-Kopie. Ein einfaches vorhandenes Backup ist besser als ein perfektes System, das nie eingerichtet wird.

7. Smartphone richtig absichern

Android

Android kann Inhalte, Daten und Einstellungen im Google-Konto sichern und auf einem geeigneten Android-Gerät wiederherstellen. Google weist darauf hin, dass sich Umfang und Wiederherstellung je nach Gerät, App und Android-Version unterscheiden können.[5]

Prüfe unter Einstellungen → Google → Alle Dienste → Sicherung, ob das Google One-Back-up aktiv ist und wann die letzte Sicherung erfolgte. Kontrolliere Fotos und Videos zusätzlich in Google Fotos oder in der von dir verwendeten NAS-/Foto-App. Verlasse dich nicht nur auf die Anzeige „Backup aktiv“, sondern prüfe, ob die wichtigen Inhalte wirklich vorhanden sind.

iPhone und iPad

Apple bietet ein Backup in iCloud oder auf einem Mac beziehungsweise Windows-PC an. Ein Computer-Backup umfasst fast alle lokalen Daten und Einstellungen; die lokale Verschlüsselung muss ausdrücklich aktiviert werden.[4]

Für ein iCloud-Backup öffnest du Einstellungen → dein Name → iCloud → iCloud-Backup. Für eine zusätzliche lokale Kopie verbindest du das Gerät mit dem Computer, wählst es im Finder oder in der App „Apple-Geräte“ aus und aktivierst Lokales Backup verschlüsseln. Bewahre das gewählte Passwort sicher auf, da ein verschlüsseltes Backup ohne Passwort nicht nutzbar sein kann.

Für beide Systeme

  • sichere die Displaysperre mit einer ausreichend langen PIN oder einem Passwort
  • aktiviere die Geräteverschlüsselung, falls sie nicht bereits standardmäßig aktiv ist
  • prüfe Kontakte, Kalender, Fotos, Messenger und Authenticator-Apps getrennt
  • sichere Wiederherstellungscodes außerhalb des Smartphones
  • lösche das alte Gerät erst, nachdem das neue Gerät vollständig geprüft wurde

8. Laptop und Computer sichern

Eine reine Kopie der wichtigsten Ordner ist ein guter Anfang. Komfortabler ist eine Backup-Funktion, die regelmäßig neue und geänderte Dateien übernimmt und ältere Versionen behält.

  • Windows: Der Dateiversionsverlauf kann persönliche Dateien auf einer externen Festplatte oder einem Netzwerkspeicher sichern. Ergänze bei Cloud-Nutzung trotzdem eine unabhängige Kopie wichtiger Ordner.
  • macOS: Time Machine kann automatische Backups auf einer externen Festplatte oder einem unterstützten Netzwerkziel erstellen.
  • Linux: Verwende ein etabliertes Backup-Programm mit Versionierung und Verschlüsselung. Das bloße Kopieren auf eine dauerhaft eingehängte Freigabe bietet nur begrenzten Schutz vor Fehlbedienung und Schadsoftware.

Sichere mindestens die persönlichen Ordner sowie lokale E-Mail-Archive, Anwendungsprofile und wichtige Konfigurationsdateien. Bei vollständigen Systemabbildern solltest du zusätzlich wissen, wie sie auf neuer oder leerer Hardware wiederhergestellt werden.

9. Backup sicher aufbewahren

Ein Backup enthält oft fast dein gesamtes digitales Leben. Schütze es entsprechend:

  • verschlüssele tragbare Datenträger und sensible Cloud-Backups
  • aktiviere Zwei-Faktor-Authentisierung für Cloud- und NAS-Konten
  • verwende getrennte Konten für Administration und tägliche Backups
  • bewahre Wiederherstellungsschlüssel und Notfallcodes getrennt auf
  • installiere Sicherheitsupdates für Laptop, Smartphone und NAS
  • erlaube Backup-Benutzern nur die benötigten Zugriffe
  • behalte mehrere ältere Versionen statt nur des letzten Standes
  • trenne mindestens eine Sicherung regelmäßig vom erreichbaren System

Regelmäßige und getrennte Kopien sind wichtig, weil erreichbare Backups bei einem Ransomware-Angriff mitverschlüsselt oder gelöscht werden können. CISA empfiehlt neben der 3-2-1-Regel auch Verschlüsselung, Offline-Kopien und regelmäßige Wiederherstellungstests.[3]

10. Wiederherstellung testen

Ein Backup ist erst dann vertrauenswürdig, wenn du Daten daraus zurückholen kannst. Führe nach der Einrichtung diesen ungefährlichen Test durch:

  1. Erstelle eine kleine Textdatei mit eindeutigem Namen.
  2. Warte auf das nächste automatische Backup oder starte es manuell.
  3. Ändere oder verschiebe die Originaldatei.
  4. Stelle die gesicherte Version in einen anderen Ordner wieder her.
  5. Öffne die wiederhergestellte Datei und vergleiche den Inhalt.
  6. Notiere Datum, Ziel und Ergebnis des Tests.

Prüfe zusätzlich monatlich, ob das letzte automatische Backup erfolgreich war. Einmal im Jahr solltest du den Wiederherstellungsweg für die besonders wichtigen Daten komplett durchspielen, ohne dabei das funktionierende Original zu überschreiben.

Häufige Fehler

  • Nur ein USB-Stick: Kleine Flash-Speicher gehen leicht verloren und sind keine verlässliche einzige Langzeitkopie.
  • Backup auf derselben internen SSD: Ein Geräteausfall trifft Original und Kopie.
  • Nur Cloud-Synchronisierung: Löschungen oder beschädigte Dateien können synchronisiert werden.
  • NAS ohne zweite Kopie: Defekt, Fehlbedienung und Gebäudeschäden bleiben offen.
  • Festplatte dauerhaft angeschlossen: Schadsoftware kann die Sicherung erreichen.
  • Nie getestete Sicherung: Ein grünes Symbol beweist nicht, dass alle benötigten Daten wiederherstellbar sind.
  • Passwort oder Schlüssel vergessen: Verschlüsselte Sicherungen können dauerhaft unzugänglich werden.
  • Altes Gerät zu früh löschen: Manche App-Daten oder Anmeldungen fehlen erst nach dem Umzug.

Fertig

Du hast eine gute Grundabsicherung, wenn wichtige Daten automatisch gesichert werden, mindestens zwei unabhängige Backups existieren, eine Kopie außerhalb der Wohnung liegt und eine testweise Wiederherstellung funktioniert hat. Cloud, Festplatte und NAS sind keine Gegensätze: Am zuverlässigsten ist meist eine passende Kombination.

Sources

[1] https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber-Sicherheitsempfehlungen/Daten-sichern-verschluesseln-und-loeschen/Datensicherung-und-Datenverlust/Back-up-Doppelt-gesichert-haelt-besser/back-up-doppelt-gesichert-haelt-besser_node.html — BSI: Back-up – Doppelt gesichert hält besser [2] https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cloud-Computing-Sicherheitstipps/Cloud-Risiken-und-Sicherheitstipps/cloud-risiken-und-sicherheitstipps.html — BSI: Cloud – Risiken und Sicherheitstipps [3] https://www.cisa.gov/audiences/state-local-tribal-and-territorial-government/secure-us-sltt/back-government-data — CISA: Back Up Government Data [4] https://support.apple.com/de-de/108771 — Apple: Backup-Methoden für iPhone und iPad [5] https://support.google.com/android/answer/2819582?hl=de — Google: Android-Daten sichern und wiederherstellen [6] https://support.microsoft.com/de-de/windows/ausw%C3%A4hlen-einer-sicherungsl%C3%B6sung-unter-windows-31495e5d-370e-3631-c773-44de4301e070 — Microsoft: Sicherungslösung unter Windows auswählen