Lokale KI mit Open WebUI und Ollama per Docker einrichten¶
Veröffentlicht am 12. August 2026 · Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Ollama führt Sprachmodelle auf dem eigenen Rechner aus, Open WebUI stellt dafür eine übersichtliche Chatoberfläche im Browser bereit. Eingaben bleiben bei einem rein lokalen Modell im Heimnetz; eine leistungsfähige Grafikkarte ist hilfreich, aber für kleine Modelle nicht zwingend. Die Einrichtung dauert ungefähr 20 bis 35 Minuten, der erste Modelldownload zusätzlich je nach Internetverbindung.
Voraussetzungen
- Ein 64-Bit-Rechner mit Docker und Docker Compose
- Mindestens 8 GB Arbeitsspeicher, für größere Modelle entsprechend mehr
- Mindestens 10 GB freier Speicherplatz für Container und ein kleines Modell
- Port 3000 im Heimnetz frei
- Optional eine unterstützte GPU samt passender Container-Laufzeit
1. Projektordner anlegen¶
Führe diesen Befehl auf dem Docker-Server aus. Er erstellt den Projektordner und wechselt hinein.
2. Sitzungsschlüssel erzeugen¶
Open WebUI verwendet einen geheimen Schlüssel zum Absichern von Sitzungen. Dieser Befehl erzeugt ihn zufällig in einer nur für deinen Benutzer lesbaren .env-Datei.
Schlüssel nicht veröffentlichen
Die Datei .env gehört nicht in ein öffentliches Git-Repository oder eine Anleitung. Sichere sie zusammen mit dem Datenbackup, damit bestehende Sitzungen und verschlüsselte Einstellungen nach einer Wiederherstellung funktionieren.
3. Compose-Datei anlegen¶
Lege im Ordner ~/docker/open-webui eine Datei namens compose.yaml an. Nur die Weboberfläche wird ins Heimnetz veröffentlicht; die Ollama-Schnittstelle bleibt im internen Docker-Netz.
services:
ollama:
image: ollama/ollama:latest
container_name: ollama
restart: unless-stopped
volumes:
- ollama-data:/root/.ollama
open-webui:
image: ghcr.io/open-webui/open-webui:main
container_name: open-webui
restart: unless-stopped
depends_on:
- ollama
ports:
- "3000:8080"
environment:
OLLAMA_BASE_URL: http://ollama:11434
WEBUI_SECRET_KEY: ${WEBUI_SECRET_KEY}
volumes:
- open-webui-data:/app/backend/data
volumes:
ollama-data:
open-webui-data:
Diese Grundkonfiguration verwendet die CPU. Eine GPU erfordert je nach NVIDIA-, AMD- oder Vulkan-System zusätzliche Gerätefreigaben und Treiber. Verwende dafür ausschließlich die passende aktuelle Ollama-Dokumentation.
4. Container starten¶
Starte beide Dienste im Projektordner.
Prüfe den Zustand.
Open WebUI benötigt beim ersten Start etwas Zeit. Die letzten Protokollzeilen zeigen mögliche Fehler.
5. Erstes lokales Modell laden¶
Dieser Befehl lädt das in der offiziellen Ollama-Dokumentation verwendete Beispielmodell llama3.2. Er wird auf dem Docker-Server im Projektordner ausgeführt.
Der Download kann mehrere Gigabyte umfassen. Prüfe anschließend die installierten Modelle.
Klein anfangen
Kleine Modelle reagieren auf Rechnern ohne starke GPU deutlich schneller. Prüfe vor dem Download in der Ollama-Modellbibliothek Größe, Speicherbedarf und Lizenz des gewählten Modells.
6. Administratorkonto anlegen¶
Öffne http://<server-ip>:3000 und ersetze <server-ip> durch die feste IP-Adresse des Docker-Servers, zum Beispiel 192.168.178.20.
Lege sofort das erste Benutzerkonto mit einem langen, einzigartigen Passwort an. Der erste registrierte Benutzer erhält Administratorrechte.
Erste Registrierung nicht offen lassen
Öffne die Oberfläche direkt nach dem Start und erstelle dein Konto, bevor andere Personen im Netzwerk darauf zugreifen können. Stelle Port 3000 niemals ungeschützt über den Router ins Internet.
7. Verbindung zu Ollama prüfen¶
Öffne in Open WebUI einen neuen Chat. Das geladene Modell llama3.2 sollte in der Modellauswahl erscheinen. Wähle es aus und sende eine kurze Testfrage.
Falls kein Modell angezeigt wird, prüfe aus dem Open-WebUI-Container die interne Ollama-Adresse.
Die Ausgabe soll das geladene Modell enthalten. Ein Fehler deutet meist auf einen noch nicht gestarteten Ollama-Container oder eine abweichende OLLAMA_BASE_URL hin.
8. Datenschutz richtig einordnen¶
Bei dieser Konfiguration laufen Modell und Chatoberfläche lokal. Aktiviere keine externen Modellanbieter, Websuche, Tools oder Funktionen, wenn Daten das Heimnetz nicht verlassen dürfen. Auch lokale Chatverläufe können vertrauliche Informationen enthalten.
Keine Zugangsdaten in Chats
Gib auch einer lokalen KI keine Passwörter, privaten Schlüssel oder ungeschützten Backups. Administratoren des Docker-Servers und jeder mit Zugriff auf die Volumes können gespeicherte Chats und hochgeladene Dateien erreichen.
9. Backup erstellen¶
Stoppe die Container für ein konsistentes Backup.
Sichere das Open-WebUI-Volume mit Chats, Benutzern, Einstellungen und hochgeladenen Dateien.
docker run --rm -v open-webui_open-webui-data:/data:ro -v "$PWD":/backup alpine tar -czf /backup/open-webui-data-$(date +%Y%m%d).tar.gz -C /data .
Sichere danach die Ollama-Modelle. Der Volume-Präfix open-webui_ kann bei einem anders benannten Projektordner abweichen; prüfe ihn bei Bedarf mit docker volume ls.
docker run --rm -v open-webui_ollama-data:/data:ro -v "$PWD":/backup alpine tar -czf /backup/ollama-data-$(date +%Y%m%d).tar.gz -C /data .
Sichere zusätzlich Compose- und Schlüsseldatei.
Starte danach beide Container wieder.
10. Aktualisieren und zurückrollen¶
Erstelle vor jedem Update die Backups aus Schritt 9. Lade danach neue Images und erstelle die Container neu.
Für einen kontrollierten Betrieb kannst du statt main und latest konkrete, auf den offiziellen Release-Seiten geprüfte Versions-Tags eintragen. Bei Problemen stellst du die vorherigen Tags und die gesicherten Volumes wieder her.
11. Stoppen und sicher entfernen¶
Dieser Befehl stoppt und entfernt die Container, behält aber beide Daten-Volumes.
Später startest du denselben Stand erneut.
Volumes nicht versehentlich löschen
docker compose down -v löscht Chats, Benutzer, Einstellungen und alle heruntergeladenen Modelle. Verwende diese Option nur nach einem geprüften Backup und wenn die Installation endgültig entfernt werden soll.
12. Typische Fehler¶
- Port 3000 ist belegt: Ändere nur die linke Zahl in
"3000:8080", zum Beispiel auf"3001:8080". - Kein Modell sichtbar: Prüfe
docker compose ps, die interne URLhttp://ollama:11434und ob das Modell vollständig geladen wurde. - Antworten sind sehr langsam: Das Modell ist für CPU, RAM oder GPU zu groß. Verwende ein kleineres Modell.
- Container startet nach Update neu: Prüfe zuerst
docker compose logs open-webuiund stelle nicht sofort ein altes Datenvolume ohne Backup wieder her. - Nach Neustart sind Chats weg: Der Container wurde ohne das Volume
/app/backend/datagestartet oder aus einem anderen Projektordner erzeugt.
13. Quellen und Videos¶
- Open WebUI: offizieller Docker-Schnellstart
- Open WebUI: offizielle Update- und Backup-Hinweise
- Ollama: offizielle Docker-Anleitung
- Deutsches Video: Open WebUI mit Ollama per Docker
- Deutsches Video: eigene KI mit Open WebUI und Ollama
Fertig¶
Open WebUI und Ollama laufen nun gemeinsam im Docker-Netz, ein lokales Modell ist geladen und die Weboberfläche besitzt ein Administratorkonto. Stelle eine Testfrage, starte den Stack neu und prüfe, ob Modell sowie Chatverlauf erhalten bleiben.