Dateien mit Syncthing per Docker synchronisieren¶
Veröffentlicht am 30. Juli 2026 · Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Syncthing hält Ordner zwischen Server, Computer und Smartphone automatisch gleich, ohne die Dateien bei einem zentralen Cloudspeicher abzulegen. Geräte werden einzeln bestätigt und übertragen ihre Daten verschlüsselt direkt oder über einen Relay-Dienst. Die Einrichtung des ersten Ordners dauert etwa 20 Minuten. Grundlage ist die offizielle Docker-Dokumentation (Stand: 30. Juli 2026).
Voraussetzungen
- Ein Linux-Server mit Docker und Docker Compose
- Ein Benutzerkonto mit Berechtigung für Docker
- Ein zweites Gerät mit installierter Syncthing-App
- Freie Ports 8384, 22000 TCP/UDP und 21027 UDP im Heimnetz
1. Benutzerkennung ermitteln¶
Führe diesen Befehl auf dem Docker-Server aus. Er zeigt die numerische
Benutzerkennung, die du später als <uid> einträgst:
Der nächste Befehl zeigt die Gruppenkennung für den Platzhalter <gid>:
Notiere beide Zahlen.
2. Arbeitsordner anlegen¶
Erstelle einen Projektordner mit einem dauerhaften Datenverzeichnis:
3. Compose-Datei anlegen¶
Lege im Ordner ~/syncthing eine Datei namens compose.yaml an. Ersetze <uid>
und <gid> durch die Zahlen aus Schritt 1:
services:
syncthing:
image: syncthing/syncthing:latest
container_name: syncthing
hostname: heimserver-sync
restart: unless-stopped
network_mode: host
environment:
PUID: "<uid>"
PGID: "<gid>"
volumes:
- ./data:/var/syncthing
healthcheck:
test: ["CMD-SHELL", "curl -fkLsS -m 2 127.0.0.1:8384/rest/noauth/health | grep -o --color=never OK || exit 1"]
interval: 1m
timeout: 10s
retries: 3
Der Host-Netzwerkmodus ist hier absichtlich gewählt. Laut Syncthing-Dokumentation funktionieren lokale Geräteerkennung und direkte LAN-Verbindungen damit zuverlässiger als über das normale Docker-Bridge-Netz.
Host-Netzwerk gibt Ports direkt frei
Syncthing entscheidet im Host-Modus selbst, an welchen Schnittstellen es lauscht. Prüfe, dass die Ports nicht bereits belegt sind. Richte dafür keine Router-Portfreigabe ein.
4. Container starten¶
Prüfe zuerst die Compose-Datei:
Starte Syncthing im Hintergrund:
Kontrolliere den Containerstatus:
5. Weboberfläche sofort absichern¶
Öffne http://<server-ip>:8384 und ersetze <server-ip> durch die feste
IP-Adresse des Docker-Servers. Öffne Aktionen → Einstellungen → GUI und vergib
einen eigenen GUI-Benutzernamen sowie ein starkes Passwort.
Aktiviere dort außerdem HTTPS für die Weboberfläche. Der Browser kann wegen des selbst signierten Zertifikats zunächst warnen. Prüfe, dass du wirklich deine interne Serveradresse geöffnet hast, bevor du die Ausnahme bestätigst.
Nicht ohne Anmeldung weiterarbeiten
Das offizielle Docker-Image kann die Weboberfläche im Heimnetz auf allen Schnittstellen bereitstellen. Ohne GUI-Passwort könnte jeder erreichbare Netzteilnehmer Ordner und Geräte verändern.
6. Zweites Gerät verbinden¶
Installiere Syncthing auf dem zweiten Gerät. Kopiere dessen Geräte-ID über Aktionen → Geräte-ID anzeigen.
Wähle auf dem Server Gerät hinzufügen, trage die ID ein und vergib einen verständlichen Namen. Bestätige anschließend die Gegenanfrage auf dem zweiten Gerät. Vergleiche die angezeigten Geräte-IDs sorgfältig.
7. Testordner freigeben¶
Erstelle auf dem Server einen Testordner innerhalb des dauerhaften Volumes:
Wähle in der Syncthing-Weboberfläche Ordner hinzufügen und trage als Ordnerpfad
/var/syncthing/Sync-Test ein. Teile den Ordner nur mit dem zuvor bestätigten
Testgerät.
Erstelle auf einer Seite eine unkritische Textdatei. Sie sollte nach kurzer Zeit auf dem anderen Gerät erscheinen.
Synchronisation ist kein Backup
Gelöschte oder beschädigte Dateien können ebenfalls auf andere Geräte übertragen werden. Aktiviere bei wichtigen Ordnern die Dateiversionierung und erstelle zusätzlich unabhängige Backups.
8. Backup und Rückweg¶
Stoppe Syncthing kurz, damit Konfiguration und Daten einen konsistenten Stand haben:
Wechsle in deinen persönlichen Ordner:
Sichere das Projekt:
Starte Syncthing anschließend wieder:
Das Archiv enthält Gerätekennungen, Zertifikate und synchronisierte Daten. Bewahre es geschützt auf. Für den Rückweg stoppst du den Container, stellst den Ordner aus dem Archiv wieder her und startest ihn erneut.
Fertig¶
Syncthing synchronisiert nun den Testordner zwischen zwei bestätigten Geräten. Die Einrichtung funktioniert, wenn die Testdatei auf der Gegenseite erscheint, beide Geräte als verbunden angezeigt werden und die Weboberfläche eine Anmeldung verlangt.