Home Assistant als Docker-Container installieren¶
Veröffentlicht am 7. August 2026 · Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
Mit Home Assistant steuerst du Geräte verschiedener Hersteller in einer gemeinsamen Oberfläche. Die Container-Variante läuft auf einem vorhandenen Docker-Server und speichert ihre Einstellungen außerhalb des Containers. Für Installation und erste Einrichtung solltest du etwa 20 bis 30 Minuten einplanen.
Voraussetzungen
- Ein Linux-Server mit Docker und Docker Compose
- Mindestens 2 GB freier Arbeitsspeicher
- Eine feste IP-Adresse oder DHCP-Reservierung für den Server
- Ein Benutzer mit
sudo-Rechten
Container oder Home Assistant OS?
Home Assistant Container enthält keinen App-Store für Erweiterungen. Updates führst du selbst mit Docker aus. Möchtest du Erweiterungen direkt aus Home Assistant installieren, ist Home Assistant OS meist die einfachere Wahl.
1. Arbeitsordner anlegen¶
Führe diesen Befehl im Terminal deines Docker-Servers aus. Er legt den Ordner für die Compose-Datei und alle dauerhaft gespeicherten Einstellungen an.
Wechsle anschließend in den neuen Ordner:
2. Compose-Datei erstellen¶
Lege im Ordner /opt/homeassistant eine Datei namens compose.yaml mit folgendem
Inhalt an:
services:
homeassistant:
container_name: homeassistant
image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable
volumes:
- /opt/homeassistant/config:/config
- /etc/localtime:/etc/localtime:ro
- /run/dbus:/run/dbus:ro
restart: unless-stopped
privileged: true
network_mode: host
environment:
TZ: Europe/Berlin
Der Ordner /opt/homeassistant/config bleibt beim Austausch des Containers erhalten.
Mit network_mode: host kann Home Assistant Geräte im lokalen Netz per mDNS und
anderen Verfahren finden. privileged: true gibt dem Container weitreichende Rechte
und entspricht der offiziellen Compose-Vorlage.
Nicht direkt ins Internet stellen
Leite Port 8123 nicht einfach im Router weiter. Nutze für den Fernzugriff
lieber ein VPN wie Tailscale oder einen korrekt abgesicherten HTTPS-Reverse-Proxy.
Der Container besitzt wegen privileged: true umfangreiche Rechte auf dem Host.
3. Container starten¶
Starte Home Assistant im Hintergrund. Führe den Befehl im Ordner
/opt/homeassistant aus:
Prüfe danach, ob der Container läuft:
Bei Problemen zeigen die letzten Protokollzeilen meist die Ursache:
4. Ersteinrichtung abschließen¶
Öffne im Browser die folgende Adresse:
Ersetze <server-ip> durch die IP-Adresse deines Docker-Servers, zum Beispiel
192.168.178.20. Die erste Initialisierung kann einige Minuten dauern. Lege danach
dein Administratorkonto mit einem langen, einzigartigen Passwort an und prüfe
Standort, Zeitzone sowie Einheitensystem.
Automatisch gefundene Geräte
Home Assistant zeigt erkannte Geräte und Dienste meist unter Einstellungen → Geräte & Dienste an. Füge zunächst nur ein Gerät hinzu und teste es, bevor du weitere Integrationen einrichtest.
5. USB-Gerät bei Bedarf durchreichen¶
Dieser Schritt ist nur nötig, wenn Home Assistant direkt auf einen USB-Stick zugreifen soll. Ermittle zuerst im Terminal den stabilen Gerätepfad:
Ergänze danach im Dienst homeassistant der compose.yaml den folgenden Abschnitt.
Ersetze <geraete-id> durch den vollständigen Namen aus der vorherigen Ausgabe:
Übernimm die Änderung anschließend:
Gerätepfad nicht raten
Verwende möglichst /dev/serial/by-id/... statt /dev/ttyUSB0. Die kurze
Bezeichnung kann sich nach einem Neustart ändern. Ein falscher Pfad verhindert
den Start des Containers.
6. Sicherung erstellen¶
Beende Home Assistant kurz, damit sich während der Sicherung keine Dateien ändern:
Packe den kompletten Konfigurationsordner in ein Archiv. Das Archiv landet im Home-Verzeichnis des angemeldeten Benutzers und enthält auch sensible Schlüssel:
Starte Home Assistant danach wieder:
Sicherung vertraulich behandeln
Im Ordner config können Kennwörter, Zugriffsschlüssel und Standortdaten liegen.
Kopiere das Archiv verschlüsselt auf ein zweites Speichermedium und veröffentliche
es niemals.
Zum Rückweg stoppst du den Container, benennst den defekten Ordner config um und
entpackst dort dein Sicherungsarchiv. So bleibt der bisherige Stand erhalten, falls
du ihn noch einmal untersuchen möchtest.
7. Home Assistant aktualisieren¶
Erstelle vor jedem größeren Update eine Sicherung und lies die Hinweise zur neuen Version. Lade danach das aktuelle stabile Image:
Ersetze den laufenden Container durch die neue Version:
Nicht mehr benötigte Images kannst du später entfernen:
8. Typische Fehler beheben¶
Ist die Oberfläche nicht erreichbar, kontrolliere zuerst Container und Protokoll:
Prüfe anschließend, ob Port 8123 auf dem Server lauscht:
Fehlt ein USB-Gerät, kontrolliere den Pfad erneut. Bei Fehlern mit dbus prüfst du,
ob /run/dbus auf deinem Linux-Server vorhanden ist. Ist das nicht der Fall und du
benötigst kein Bluetooth, kannst du diese Volume-Zeile aus der Compose-Datei entfernen.
9. Quellen und Video¶
- Offizielle Anleitung für Home Assistant Container
- Home Assistant mit Docker installieren – deutschsprachiges Video
Fertig¶
Home Assistant läuft jetzt als Docker-Container und speichert seine Daten dauerhaft
unter /opt/homeassistant/config. Öffne http://<server-ip>:8123, melde dich an und
schalte ein hinzugefügtes Gerät einmal ein und aus. Reagiert es sofort, funktioniert
die Grundinstallation.