Windows-Dateien automatisch sichern¶
Veröffentlicht am 12. September 2026 · Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten
Der Dateiversionsverlauf speichert automatisch ältere Stände persönlicher Dateien auf einer externen Festplatte oder einer Netzwerkfreigabe. So kannst du versehentlich gelöschte, beschädigte oder überschriebene Dokumente, Bilder und andere Dateien zurückholen.[1] Plane für die Einrichtung mit USB-Festplatte 10 bis 20 Minuten ein; mit einem bereits vorbereiteten NAS sind meist 20 bis 40 Minuten realistisch. Die erste Sicherung dauert je nach Datenmenge und Verbindung länger.
Voraussetzungen
- Ein Computer mit Windows 11 und ein Benutzerkonto mit Zugriff auf die zu sichernden Dateien
- Eine ausreichend große USB-Festplatte oder eine bereits eingerichtete SMB-Freigabe auf einem NAS
- Schreibrechte auf dem Sicherungsziel und genügend freier Speicher
- Eine unkritische Textdatei für den Wiederherstellungstest
1. Umfang und Grenzen festlegen¶
Der Dateiversionsverlauf ist für persönliche Dateien gedacht. Er überwacht geschützte Ordner, legt regelmäßig neue Dateistände auf einem externen Laufwerk oder an einem Netzwerkort ab und bietet diese später zur Wiederherstellung an.[1] Er ersetzt jedoch kein vollständiges Systemabbild: Windows, installierte Programme und eine defekte Systemplatte lassen sich damit nicht vollständig auf einen leeren Computer zurückspielen.
Notiere zuerst, welche Daten unersetzbar sind. Typische Kandidaten sind:
- Desktop
- Dokumente
- Bilder
- Videos
- Musik
- eigene Projektordner
Microsoft nennt Dokumente, Bilder, Videos und Desktop als automatisch geschützte Kernordner. Andere Ordner müssen über eine Bibliothek einbezogen werden.[1] Prüfe daher nicht nur, ob der Dateiversionsverlauf eingeschaltet ist, sondern auch, ob deine wirklich wichtigen Ordner erfasst werden.
Nicht die einzige Sicherung
Eine dauerhaft angeschlossene USB-Festplatte oder erreichbare NAS-Freigabe kann durch Schadsoftware, Fehlbedienung, Diebstahl oder einen gemeinsamen Defekt mit betroffen sein. Bewahre wichtige Daten zusätzlich auf einem getrennten Ziel auf.
2. Sicherungsziel vorbereiten¶
USB-Festplatte¶
Schließe die externe Festplatte an und öffne den Datei-Explorer. Kontrolliere anhand von Name und Größe, dass Windows das richtige Laufwerk erkannt hat. Speichere auf diesem Datenträger keine einzige unersetzbare Kopie, denn ein Backup-Ziel kann ebenfalls ausfallen.
Gib dem Laufwerk bei Bedarf einen eindeutigen Namen wie:
WINDOWS-BACKUP ist nur ein Beispielname. Er hilft dabei, das Sicherungslaufwerk später
von anderen USB-Datenträgern zu unterscheiden.
NAS oder Windows-Netzwerkfreigabe¶
Die Freigabe muss bereits per SMB erreichbar sein. Öffne im Datei-Explorer einen UNC-Pfad nach diesem Muster:
Ersetze <NAS-NAME-ODER-IP> durch den Hostnamen oder die lokale IP-Adresse deines NAS.
Ersetze <FREIGABE> durch den Namen der vorhandenen Backup-Freigabe. Ein mögliches
Beispiel im Heimnetz lautet:
nas-wohnzimmer und windows-backup sind nur Beispielwerte. Verwende den tatsächlichen
NAS-Namen und die tatsächliche Freigabe. Melde dich ausschließlich über die
Windows-Anmeldemaske an und speichere kein Passwort in einer Textdatei.
Erstelle für die Sicherung möglichst einen eigenen NAS-Benutzer mit Schreibrechten nur auf diese Freigabe. Öffne SMB nicht per Portfreigabe zum Internet. Für eine Sicherung von unterwegs ist ein gepflegter VPN-Zugang die sicherere Verbindung.
3. Dateiversionsverlauf öffnen¶
Öffne Start, suche nach Systemsteuerung und gehe zu System und Sicherheit → Sicherungskopien Ihrer Dateien mit Dateiversionsverlauf speichern. Microsoft führt diesen Weg auch für Windows 11 auf.[1]
Falls du die Oberfläche über Ausführen öffnen möchtest, drücke Windows-Taste + R und gib Folgendes ein:
Der Eintrag öffnet die Systemsteuerungsseite des Dateiversionsverlaufs. Er verändert noch keine Sicherung. Falls der direkte Aufruf auf deiner Windows-Ausgabe nicht funktioniert, verwende den Weg über die Systemsteuerung.
4. USB-Festplatte oder Netzwerkort auswählen¶
Wähle links Laufwerk auswählen. Markiere die vorbereitete USB-Festplatte und bestätige mit OK. Microsoft beschreibt denselben Ablauf für ein externes Laufwerk oder einen Netzwerkort.[1]
Für ein NAS wählst du im Fenster zur Laufwerksauswahl Netzwerkadresse hinzufügen beziehungsweise die sinngleiche Schaltfläche deiner Windows-Anzeige. Trage den geprüften UNC-Pfad ein. Die genaue Beschriftung kann je nach Windows-Version und Anzeigesprache leicht abweichen.
Kontrolliere vor dem Einschalten noch einmal:
- Ist das richtige USB-Laufwerk oder die richtige Freigabe ausgewählt?
- Reicht der freie Speicher für die persönlichen Dateien und mehrere Versionen?
- Kann das Windows-Benutzerkonto auf das Ziel schreiben?
- Liegt das Ziel nicht auf derselben internen Systemplatte wie die Originale?
Eine aktuelle Praxisanleitung für Windows 11 führt ebenfalls über die Systemsteuerung, Laufwerk auswählen, die erweiterten Einstellungen und den anschließenden Wiederherstellungsdialog.[3]
5. Automatische Sicherung aktivieren und einstellen¶
Klicke auf Aktivieren. Windows beginnt anschließend mit dem Dateiversionsverlauf. Falls die erste Sicherung nicht von selbst startet, wähle Jetzt ausführen. Microsoft nennt Run now ausdrücklich als manuellen Start nach dem erneuten Verbinden eines Sicherungsziels.[2]
Öffne links Erweiterte Einstellungen. Dort legst du fest, wie oft Windows neue Kopien speichert und wie lange ältere Versionen erhalten bleiben. Ein vernünftiger Startpunkt für regelmäßig bearbeitete Dokumente ist:
Dateikopien speichern: Jede Stunde
Gespeicherte Versionen aufbewahren: Bis Speicherplatz benötigt wird
Diese Werte sind eine Empfehlung, keine vorgeschriebene Einstellung. Bei häufig geänderten Projekten kann ein kürzerer Abstand sinnvoll sein. Wenn wenig Speicher frei ist, kontrolliere das Ziel häufiger, statt alte Versionen unbemerkt auslaufen zu lassen. Der aktuelle Windows-11-Praxisabgleich bestätigt, dass Häufigkeit und Aufbewahrungszeit unter Erweiterte Einstellungen gewählt werden.[3]
Sicherung nicht während des Schreibens trennen
Entferne eine USB-Festplatte nicht, während eine Sicherung läuft. Warte auf den Abschluss und werfe das Laufwerk anschließend über Hardware sicher entfernen aus.
6. Wichtige Ordner einbeziehen und Ausschlüsse prüfen¶
Der Dateiversionsverlauf schützt nicht automatisch jeden beliebigen Ordner auf allen Laufwerken. Microsoft empfiehlt für zusätzliche Ordner im Datei-Explorer den Weg Weitere Optionen anzeigen → In Bibliothek aufnehmen.[1]
So nimmst du einen eigenen Projektordner auf:
- Öffne den Ordner im Datei-Explorer.
- Klicke ihn mit der rechten Maustaste an.
- Wähle Weitere Optionen anzeigen → In Bibliothek aufnehmen.
- Wähle eine passende vorhandene Bibliothek oder erstelle eine neue.
- Starte danach in der Dateiversionsverlauf-Oberfläche erneut Jetzt ausführen.
Öffne außerdem Ordner ausschließen. Entferne dort keinen wichtigen Ordner aus der Sicherung. Große, leicht wiederbeschaffbare Dateien kannst du bewusst ausschließen, wenn sie sonst das Backup-Ziel füllen. ASUS zeigt in seiner aktuellen Windows-11- Praxisanleitung sowohl das Aufnehmen zusätzlicher Ordner in eine Bibliothek als auch das gezielte Ausschließen von Ordnern.[4]
7. Zwei Dateistände als sicheren Test erzeugen¶
Erstelle im Ordner Dokumente eine unkritische Datei mit einem eindeutigen Namen:
dateiversionsverlauf-test.txt ist nur die Testdatei. Schreibe als erste Zeile
Version 1, speichere die Datei und führe Jetzt ausführen aus. Warte, bis Windows
den Abschluss meldet.
Ändere den Inhalt danach in:
Speichere erneut und starte eine zweite Sicherung. Damit der Test aussagekräftig ist, müssen in der Wiederherstellung mindestens zwei Zeitstände erscheinen. Sind noch keine zwei Stände sichtbar, warte das eingestellte Intervall ab und wiederhole den manuellen Lauf.
Ein öffentlich auffindbares Video von ASUS Support zeigt die Einrichtung und Wiederherstellung mit dem Windows-Dateiversionsverlauf ergänzend zur schriftlichen Dokumentation.[5]
8. Datei in einen getrennten Ordner wiederherstellen¶
Öffne die Systemsteuerungsseite des Dateiversionsverlaufs und wähle Persönliche
Dateien wiederherstellen. Gehe zum Ordner Dokumente, markiere die Testdatei und
blättere mit den Pfeilen zu dem Stand mit Version 1.
Stelle beim ersten Test nicht direkt über das aktuelle Original wieder her. Klicke mit der rechten Maustaste auf die grüne Wiederherstellungsschaltfläche und wähle Wiederherstellen in. Nutze einen neuen Ordner, zum Beispiel:
Ersetze <WINDOWS-BENUTZER> durch den Namen deines Windows-Profilordners. Der Ordner
Wiederherstellungstest ist ein neues, getrenntes Ziel und verhindert, dass die
aktuelle Testdatei überschrieben wird.
Öffne die wiederhergestellte Datei. Sie muss Version 1 enthalten, während das Original
weiterhin Version 2 enthält. Microsoft warnt, dass eine direkte Wiederherstellung die
aktuelle Datei ersetzt und dieser Austausch nicht rückgängig gemacht werden kann; die
Option Wiederherstellen in vermeidet dieses Überschreiben.[1]
Alternativ kannst du im Datei-Explorer den ursprünglichen Ordner mit der rechten Maustaste anklicken und Vorherige Versionen wiederherstellen wählen. Öffne den gewünschten Stand zuerst zur Kontrolle und stelle ihn dann ebenfalls in einen anderen Ordner wieder her.[1]
9. Betrieb, Rückweg und typische Fehler absichern¶
Kontrolliere mindestens monatlich das Datum der letzten erfolgreichen Sicherung und den freien Speicher. Verbinde eine normalerweise getrennte USB-Festplatte regelmäßig lange genug für einen vollständigen Lauf. Microsoft empfiehlt bei der Meldung über ein lange getrenntes Laufwerk, das USB-Ziel wieder anzuschließen oder den Netzwerkort in der Systemsteuerung erneut auszuwählen.[2]
Typische Fehler und sichere Lösungen:
- „Laufwerk erneut verbinden“: Schließe die richtige USB-Festplatte an oder wähle die NAS-Freigabe erneut aus. Starte danach Jetzt ausführen.[2]
- NAS erscheint nicht: Öffne zuerst den UNC-Pfad im Datei-Explorer und prüfe Name, Netzwerkverbindung und Schreibrechte. Ändere keine Freigaberechte pauschal für „Jeder“.
- Wichtiger Ordner fehlt: Nimm ihn in eine Bibliothek auf und erzeuge anschließend eine neue Sicherung.[1]
- Keine vorherige Version sichtbar: Prüfe, ob der Ordner erfasst war und ob nach der ersten Dateiversion tatsächlich ein erfolgreicher Lauf stattgefunden hat.
- Backup-Ziel ist voll: Prüfe die Aufbewahrung unter Erweiterte Einstellungen und
den freien Speicher. Lösche nicht unkontrolliert den Ordner
FileHistory. - Falsche Datei überschrieben: Stelle künftige Tests mit Wiederherstellen in in einen getrennten Ordner wieder her.[1]
- USB-Laufwerk dauerhaft verbunden: Trenne es nach einem abgeschlossenen Lauf sicher, wenn keine fortlaufende stündliche Sicherung benötigt wird.
Wenn du den Dateiversionsverlauf später ersetzen möchtest, klicke in seiner Systemsteuerungsseite auf Ausschalten. Lösche die vorhandenen Sicherungen noch nicht. Richte zuerst die neue Backup-Lösung ein, sichere dieselben wichtigen Ordner und führe einen erfolgreichen Wiederherstellungstest durch. Erst danach entscheidest du, ob die alten Dateiversionsverlauf-Daten nicht mehr benötigt werden.
Fertig¶
Die Einrichtung funktioniert, wenn Windows das richtige USB- oder NAS-Ziel anzeigt, ein
manueller Lauf ohne Fehlermeldung endet, die wichtigen Ordner erfasst sind und du
dateiversionsverlauf-test.txt mit dem Inhalt Version 1 in einen getrennten Ordner
zurückholen kannst. Behalte zusätzlich eine zweite, unabhängige Sicherung für besonders
wichtige Dateien und wiederhole den Wiederherstellungstest regelmäßig.
Sources¶
[1] https://support.microsoft.com/en-us/windows/experience/backup-recovery/backup-and-restore-with-file-history — Microsoft: Backup and restore with File History [2] https://support.microsoft.com/en-us/windows/experience/backup-recovery/reconnect-your-file-history-drive-in-windows — Microsoft: Reconnect Your File History Drive in Windows [3] https://www.windowscentral.com/software-apps/windows-11/how-to-use-file-history-on-windows-11 — Windows Central: How to use File History on Windows 11 [4] https://www.asus.com/me-en/support/faq/1013067 — ASUS: Backup and Restore your files with File History [5] https://www.youtube.com/watch?v=Hv4WvHxVUdg — ASUS Support: How to Backup and Restore your files in Windows