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Hausrat mit Homebox selbst verwalten

Veröffentlicht am 31. Juli 2026 · Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Mit Homebox erfasst du Geräte, Werkzeuge und andere Gegenstände samt Standort, Kaufdatum und Foto. Die Anwendung läuft auf deinem eigenen Server und hält deine Inventardaten an einer zentralen Stelle bereit. Für Installation und erste Einrichtung solltest du etwa 20 bis 30 Minuten einplanen.

Diese Anleitung orientiert sich an der offiziellen Homebox-Dokumentation und wurde am 31. Juli 2026 geprüft.

Voraussetzungen

  • Ein Linux-Server mit installiertem Docker und Docker Compose
  • Zugriff auf das Terminal des Servers
  • Eine feste IP-Adresse oder ein lokaler DNS-Name
  • Mindestens 2 GB freier Speicherplatz, für viele Fotos entsprechend mehr

1. Arbeitsordner anlegen

Führe diese Befehle im Terminal deines Servers aus. Sie erstellen einen eigenen Ordner für Homebox und wechseln hinein.

mkdir -p ~/homebox/data
cd ~/homebox

Im Unterordner data werden später Datenbank, Einstellungen und hochgeladene Dateien dauerhaft gespeichert.

2. Docker-Compose-Datei erstellen

Erstelle im Ordner ~/homebox eine neue Compose-Datei:

nano compose.yaml

Füge die folgende Konfiguration ein:

services:
  homebox:
    image: ghcr.io/sysadminsmedia/homebox:latest
    container_name: homebox
    restart: unless-stopped
    environment:
      HBOX_LOG_LEVEL: info
      HBOX_LOG_FORMAT: text
      HBOX_WEB_MAX_FILE_UPLOAD: "10"
      HBOX_OPTIONS_ALLOW_ANALYTICS: "false"
      HBOX_OPTIONS_ALLOW_REGISTRATION: "true"
      TZ: Europe/Berlin
    volumes:
      - ./data:/data
    ports:
      - "3100:7745"

Speichere mit Strg+O, bestätige mit der Eingabetaste und beende Nano mit Strg+X.

Port 3100 stellt die Weboberfläche bereit. HBOX_WEB_MAX_FILE_UPLOAD begrenzt einzelne Uploads auf 10 MB. Die Registrierung bleibt zunächst eingeschaltet, damit du das erste Konto anlegen kannst.

Warning

Homebox kann Fotos, Seriennummern, Kaufpreise und Belege enthalten. Leite Port 3100 nicht direkt im Router ins Internet weiter. Nutze den Dienst im Heimnetz oder über eine abgesicherte VPN-Verbindung.

3. Homebox starten

Starte den Container im Hintergrund:

docker compose up -d

Prüfe anschließend seinen Zustand:

docker compose ps

In der Spalte STATUS sollte Up stehen. Bei einem Fehler helfen die letzten Protokollzeilen:

docker compose logs --tail=100 homebox

4. Erstes Konto anlegen

Öffne auf einem Gerät im selben Netzwerk diese Adresse:

http://<server-ip>:3100

Ersetze <server-ip> durch die IP-Adresse deines Docker-Servers, zum Beispiel 192.168.178.50.

Wähle in Homebox die Registrierung und erstelle dein erstes Konto mit einem starken, einzigartigen Passwort. Melde dich danach an und prüfe, ob das Dashboard angezeigt wird.

Danger

Verwende keine Beispielpasswörter aus Anleitungen. Speichere das echte Passwort nur in einem vertrauenswürdigen Passwortmanager.

5. Registrierung wieder ausschalten

Sobald dein Konto funktioniert, öffne die Compose-Datei erneut:

cd ~/homebox
nano compose.yaml

Ändere ausschließlich diese Zeile:

      HBOX_OPTIONS_ALLOW_REGISTRATION: "false"

Speichere die Datei und übernimm die Änderung, indem du den Container neu erstellen lässt:

docker compose up -d

Öffne Homebox anschließend in einem privaten Browserfenster. Eine freie Registrierung sollte nicht mehr möglich sein, deine vorhandene Anmeldung aber weiterhin funktionieren.

6. Standort und Testgegenstand anlegen

Lege zuerst einen Standort wie Arbeitszimmer an. Erstelle darin einen Bereich wie Schrank und danach einen Testgegenstand.

Verwende für den Test keine sensiblen Daten. Ein Eintrag wie USB-Kabel mit einem unverfänglichen Foto reicht aus, um Speicherung, Suche und Bildanzeige zu prüfen.

Tip

Beginne mit wenigen, klar benannten Standorten. Ein einfaches System bleibt im Alltag leichter aktuell als eine sehr kleinteilige Struktur.

7. Backup und Rückweg vorbereiten

Stoppe Homebox vor einer vollständigen Dateisicherung:

cd ~/homebox
docker compose down

Erstelle dann ein komprimiertes Backup des gesamten Projektordners:

tar -czf "$HOME/homebox-backup-$(date +%F).tar.gz" -C "$HOME" homebox

Starte Homebox anschließend wieder:

docker compose up -d

Lagere eine Kopie des Backups auf einem anderen Datenträger. Für eine Wiederherstellung stoppst du Homebox, ersetzt den Ordner ~/homebox durch die gesicherte Fassung und startest den Container erneut.

8. Homebox aktualisieren

Erstelle vor dem Update immer ein Backup. Lade danach das aktuelle Abbild und ersetze den Container:

cd ~/homebox
docker compose pull
docker compose up -d

Der eingebundene Datenordner bleibt dabei erhalten. Prüfe nach dem Update Anmeldung, Suche, einen vorhandenen Gegenstand und dessen Foto.

9. Typische Fehler beheben

Wenn die Weboberfläche nicht lädt, kontrolliere den Container:

docker compose ps

Prüfe danach, ob Port 3100 bereits verwendet wird:

sudo ss -ltnp | grep ':3100'

Ist der Port belegt, ändere in compose.yaml nur die linke Zahl, zum Beispiel auf "3101:7745". Homebox erreichst du danach über http://<server-ip>:3101.

Wenn ein Foto nicht hochgeladen wird, kontrolliere seine Dateigröße. Für größere Dateien kannst du den Zahlenwert von HBOX_WEB_MAX_FILE_UPLOAD bewusst erhöhen und den Container anschließend mit docker compose up -d neu erstellen.

Fertig

Homebox läuft jetzt mit dauerhaft gespeicherten Inventardaten auf deinem Server und nimmt keine neuen Registrierungen mehr an. Melde dich an, suche nach dem Testgegenstand und öffne dessen Detailseite samt Foto als Funktionsprüfung.